Klimablog

Die Stiftung als Veranstalter


Zwei Mal im Jahr organisiert die Veolia Stiftung sogenannte Projekt-Foren, bei denen wir neuen Förderprojekten ihre Schecks übergeben. Am 29. April 2010 sah das im MACHmit! Museum für Kinder in Berlin zum Beispiel so aus, wie auf dem obigen Foto. Wir haben meist rund 60 bis 80 Gäste. Nach der Scheckübergabe, bei der die Projektvertreter ihre Initiativen kurz vorstellen, gibt es einen kleinen Umtrunk und Gespräche.

Rund um solche und andere Veranstaltungen gibt es eine Reihe klimarelevanter Faktoren:

Nehmen die zum Beispiel die Einladungen. Zu unseren Projekt-Foren laden wir seit etwa einem Jahr auschließlich per Mail ein. Aber zu einer besonderen Veranstaltung wie dem 10-jährigen Stiftungsjubiläum Ende September gibt es dann doch eine gedruckte Einladung, natürlich auf Recyclingpapier. Auch der Versand der Einladungen ist klimarelevant: Seit dem Frühjahr 2010 versendet Veolia sämtliche Post mit GoGreen, kompenisert also die entstehenden Emissionen.

Wir organisieren die Veranstaltungen meist in den Räumen von Förderprojekten. Bei der Auswahl des Standorts achten wir auch darauf, dass er gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen ist.

Zur technischen Unterstützung brauchen wir bei den Projekt-Foren meist lediglich ein Mikro und im Winter natürlich Licht – der zusätzliche Stromverbrauch ist also überschaubar.

In den Diskussionen zu den Themen Beschaffung und Ernährung habe ich schon berichtet, dass wir gern auf regionale und saisonale Kost setzen. Allerdings ist diese gerade bei gemeinnützigen Partnern, die wir für Caterings anfragen, noch nicht so leicht zu finden.

Nun bin ich gespannt auf die Analyse der Experten …

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Mobilität – die versteckten Emissionen?

Bei Wärme und Strom ist es uns bewusst, dass wir Energie verbrauchen und damit CO2-Emissionen verbunden sind. Auch beim Auto fahren ist das jedem klar, weil spätestens an der Tankstelle sieht man, was alles im Motor verbrannt ist, wenn man 50 oder mehr Liter Benzin oder Diesel nachtanken kann.

Aber auch Busse, Bahnen, Züge und Flugzeuge verbrauchen Energie und stoßen CO2 aus. Aber tun sie das nicht sowieso? Wenn eine Person mitfährt oder auch nicht mitfährt, der Bus ist doch ohnehin unterwegs. Aber wer ist dann verantwortlich für die in der Summe doch gewaltigen CO2-Emissionen von Bus, Bahn oder gar Flugzeugen? Den Fahrern oder den Piloten können wir sie auch nicht in Gänze anrechnen. Also hat man sich geeinigt, alle Emissionen unter den Fahr- oder Fluggästen aufzuteilen. So kann man auch die versteckten CO2-Emissionen berechnen, die zum Beispiel bei der Bahn im Kraftwerk entstehen, das den Strom für die Oberleitung erzeugt.

Wie sieht die Bilanz der Veolia Stiftung aus? Auto wird gar nicht gefahren, dafür der ÖPNV und einige wenige Male die Bahn genutzt. Zu Buche schlagen vor allem drei Flüge nach Paris, die sich neben der Reisetätigkeit anderer Branchen aber auch noch bescheiden ausnehmen. Insgesamt landet man bei einer CO2-Emission von knapp über 2 Tonnen pro Jahr, wobei 1,9 Tonnen durch die Flüge verursacht werden. Damit liegt die Veolia Stiftung ziemlich genau im Bereich der 2,2 Tonnen CO2-Emissionen, die durch Wärmeerzeugung, Lüftung und Kühlung erzeugt werden.

Kann man nun empfehlen, die Flugtätigkeit einzustellen? Im Falle der Veolia Stiftung ist das nicht so leicht, da ja bereits mehrere weitere Flüge durch Videokonferenzen eingespart werden. Es ist aber immer wieder erstaunlich, dass ein Flug von Berlin nach Paris 630 Kilogramm CO2-Emissionen verursacht. Bei einem Transatlantikflug nach New York sind dies sogar über 4 Tonnen und nach Australien fast 11 Tonnen, was den Jahresemissionen eines Durchschnittsbürgers in Deutschland entspricht. Beim Fliegen heißt es also wirklich, sich zweimal zu überlegen, wie wichtig und notwendig die Reise ist.

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Mobilität: Maßnahme-Empfehlungen

In den Handlungsgrundsätzen haben wir die wesentlichen Punkte einer nachhaltigen, klimafreundlichen Mobilität genannt. Mit den Maßnahmenvorschlägen wollen wir zeigen, wie diese Grundregeln im Alltag im Einzelnen umgesetzt werden können. Dabei wird deutlich werden: nur wenn eine Vielzahl der Maßnahmen beherzigt wird bzw. verschiedene Maßnahmen miteinander kombiniert werden, dass Ziel einer klimafreundlichen Mobilität erreicht werden kann, ohne dabei Einbußen in Qualität und Komfort der eigenen Mobilität zu erfahren.

Im angehängten Papier gibt es ausführliche Informationen zu den Themen:

1. Verantwortung übernehmen und aktives Mobilitätsmanagement betreiben

2. Vermeidbare Wege einsparen

3. Wege aktiv und umweltfreundlich zurücklegen
a. ÖPNV nutzen
b. VBB-Firmenticket einführen
c. (Öfter) Der Bahn den Vortritt geben
d. Auf das Fahrrad (um)steigen
e. Zu Fuß gehen
f. Etwas für die eigene Gesundheit und Fitness tun

4. Umweltfreundliche Antriebsformen nutzen
a. Fahrgemeinschaften bilden
b. CarSharing-Angebote nutzen
c. Mitfahrzentrale innerhalb Berlins nutzen
d. Alternativen Antriebstechnologien den Vorzug geben
e. Spritsparkurse anbieten

5. Bestehende Verkehrssysteme effizienter nutzen

6. Notfalls klimaschädlich zurückgelegte Wege kompensieren

Also unbedingt reinschauen und nachesen! Maßnahme-Empfehungen des BUND zur Mobilität

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Handlungsgrundsätze für klimafreundliche Mobilität

Wo Menschen wohnen, arbeiten, Handel treiben bzw. einkaufen oder Urlaub machen, dort entsteht Verkehr. Abgase, Lärm, Unfälle, krebserregende Russpartikel von Dieselfahrzeugen, Flächenversiegelung, die Zerstörung von Naturlandschaften durch Fernverkehrstraßen und Autobahnen und natürlich der Ausstoß von Unmengen klimaschädlicher Treibhausgas bringen eine Reihe negativer Folgen für Mensch und Natur mit sich. Sie schränken die Lebensqualität massiv ein, bedrohen die Gesundheit und verkürzen die Lebenserwartung eines jeden Einzelnen.

Allein 170 Mio. Tonnen klimaschädliches CO2 pustet der Verkehr jährlich in Deutschland in die Luft – für 100 Mio. Tonnen (fast 60% !!) davon sind Pkws verantwortlich. Darüber hinaus verursacht der Verkehr in Deutschland immens hohe volkswirtschaftliche Kosten für Bau, Ausbau und Erneuerung von Verkehrswegen. So entstehen durch den Straßenpersonenverkehr jährlich 47 Mrd. Euro und durch den Straßengüterverkehr rund 13 Mrd. Euro mehr Kosten, als der Staat durch Abgaben dieser Verkehrszweige einnimmt.

Insbesondere der Straßenverkehr hat in den letzten Jahrzehnten rasant zugelegt. Fast 55 Mio. Kraftfahrzeuge bevölkern derzeit Deutschlands Straßen – Mitte der 60er Jahre waren es nur 11 Mio. Moderne Autos sind oft größer, schwerer und leistungsstärker als ältere Modelle, so dass der Durchschnittsverbrauch von Pkws in den letzten Jahren kaum gesunken ist.

Hinzu kommt, dass eine jährliche Zuwachsrate des Luftverkehrs von ca. 5% eventuelle Einsparungen durch effiziente, neue Technologien größtenteils zunichte macht. Die Treibhausgasemissionen des Luftverkehrs sind aufgrund der Reiseflughöhe besonders klimaschädlich (Ozonbildung, Kondensstreifen, Cirruswolken).

Der Bereich Mobilität macht 43 % der gesamten Umweltauswirkungen privater Haushalte aus und gehört damit klar zu den Hauptverursachern des Klimawandels. 14,4 % ihrer gesamten Konsumausgaben verwenden Verbraucher, um mobil zu sein und geben damit nach dem Bereich Wohnen am meisten Geld in diesem Bereich aus. Das bedeutet, wir geben mehr Geld dafür aus, mobil zu sein, als für unsere Ernährung!

Betrachtet man den Verkehrsaufwand nach dem Fahrtzweck, hat der Freizeitbereich mit rund 35% (2006) den deutlich höchsten Anteil, gefolgt von den Bereichen Beruf (17,7%) und Einkaufen (16,9%). Wenn man dazu bedenkt, dass die Bereiche Einkaufs- (+72,6%) und Urlaubsverkehr (+27,5%) in den letzten zehn Jahren die größten Zuwächse zu verzeichnen haben, wird die Bedeutung der im Themenblock Ernährung genannten Handlungsgrundsätze und Maßnahmenvorschläge deutlich.

Wenngleich Berlin mit 1,58 Tonnen verkehrsbedingter CO2-Emissionen pro Person und Jahr im bundesdeutschen Durchschnitt eher am untersten Ende der mobilitätsbedingten Klimasünder steht, war der Verkehr im Jahr 2007 immerhin für rund 25% der gesamten CO2-Emissionen in Berlin verantwortlich. Grund dafür ist hauptsächlich der Straßenverkehr und die damit einhergehende Verbrennung von Kraftstoffen. Dieser macht 15% der gesamten CO2-Emissionen in Berlin aus.
Dies macht deutlich: Es muss unverzüglich gehandelt werden, um dem Klimakiller (motorisierter) Verkehr Einhalt zu gebieten.

Die gute Nachricht ist: es geht auch anders – nämlich kostengünstiger, gesünder und vor allem klimafreundlicher!
Allein mit sparsamen Automodellen könnte der CO2-Ausstoß des gesamten Pkw-Sektors in Deutschland bis 2020 um 40% – das entspricht 40 Mio.Tonnen CO2 pro Jahr – reduziert werden. Aber um eine wirklich nachhaltige Entwicklung des Mobilitätssektors sicherzustellen, sollten wieder klare Vorfahrtsregeln und Handlungsgrundsätze beherzigt werden. Zunächst sollte die Mobilität im Vordergrund stehen und nicht der Verkehr. Die traditionelle Verkehrspolitik ist viel zu sehr auf eine Angebotsplanung fixiert, also auf die Schaffung immer neuer Angebote an Verkehrswegen und -mitteln, um den steigenden Verkehr zu bewältigen, anstatt mit neuen Konzepten das Verkehrsaufkommen zu reduzieren und umweltfreundlicher zu gestalten. Dies kann erreicht werden, wenn folgende Handlungsgrundsätze eingehalten werden:

1. Mobilität, zumal eine gesundheitsfreundliche, Ressourcen schonende und umweltfreundliche will organisiert werden!
Informationen über verschiedenen Verkehrsträger, deren Vernetzung, Verkehrswege und ihre Alternativen, Abschätzen von zeitlichem Aufwand zu weiteren positiven Effekten (frische Luft, Bewegung, Erholung etc.) sowie den Kosten sammeln und verschiedene Optionen prüfen.

2. Sich den Weg sparen!
Dem steht die Frage voraus, ob der beabsichtigte Weg wirklich zwingend erforderlich ist? Extrawege können aber auch zur Entspannung, zum Relaxen und zur Erholung beitragen, wenn sie umweltfreundlich organisiert sind! Durch ein entsprechendes Mobilitätsmanagement (Stadt der kurzen Wege) kann man sich viel Zeit, Geld und Stress sparen.

3. Wege aktiv und umweltfreundlich zurücklegen!
Die Fortbewegung mittels eigener Muskelkraft hat Vorrang. Das fördert die Gesundheit und erhöht die Lebensqualität.

4. Umweltfreundliche Antriebstechnologien nutzen!
Auch z.B. Strom ist nicht per se umweltfreundlich. Daher sind der Vergleich und die Art des Vergleichs verschiedener Fortbewegungsmittel wichtig.

5. Bestehende Verkehrssysteme effizienter nutzen!
Werden Verkehrsmittel besser miteinander vernetzt, kann viel Zeit und Geld gespart werden.

6. Notfalls klimaschädlich zurückgelegte Wege kompensieren!

Im Maßnahmenteil werden wir detailliert die Vielfalt an Möglichkeiten aufzeigen, wie diese Handlungsgrundsätze umgesetzt und so ohne Mobilitätseinbußen Tag für Tag klimaschädliche Emissionen vermieden werden können.

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Klimabewusst unterwegs

Wir sind bei der Veolia Stiftung so gut es geht klimabewusst unterwegs. Das heißt konkret: Wir bewegen uns zum Büro sowie zu Terminen in Berlin fast ausschließlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln, oft in Verbindung mit dem Fahrrad.

Das Patenmodell der Stiftung – Veolia-Mitarbeiter betreuen die Förderprojekte ehrenamtlich -ist auch klimafreundlich. Zugegeben: Das war nicht ausdrücklich so gedacht, aber es wirkt. So besuchen Stiftungsmitarbeiter nicht jedes Projekt persönlich, sondern ein Pate aus der jeweiligen Vertragsregion übernimmt diese Aufgabe.

Wenn es doch Termine außerhalb Berlins gibt, so bevorzugen wir die Bahn gegenüber dem Auto oder dem Flugzeug.

Ein besonderes Thema sind die Kontakte zu unserer Schwesterstiftung in Paris, der Fondation d’entreprise Veolia Environnement. Dort präsentieren wir dem Auswahlkomitee, das alle zwei Monate tagt, die Förderanträge für Projekte außerhalb Berlins. Ab und an kann man die französischen Kollegen bitten, das für uns zu tun. Aber der persönliche Kontakt ist ganz wichtig. Wir bemühen uns um einen klimafreundlichen Mix aus Videokonferenz und Präsenz sowie um die Verknüpfung mehrerer Termine. Eine Videokonferenzanlage steht im Veolia Wasser-Büro seit mehreren Jahren zur Verfügung und wird gut genutzt. Der Zeitaufwand und der Schlafverlust bei einer Reise mit dem Nachtzug nach Paris sind allerdings beträchtlich. Deshalb kommen doch ein paar Flugreisen im Jahr zusammen.

Vermutlich hat unsere Mobilität recht großen Einfluss auf die Klimabilanz der Stiftung. Deshalb bin ich gespannt auf die Analysen der Mitblogger von BUND Berlin und IFEU.

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Soziale versus klimarelevante Kriterien beim Catering?

Danke für die vielen wertvollen Ratschläge, wie man die persönlichen Ernährungsgewohnheiten klimabewusster gestalten kann. Aber eine Frage haben wir noch nicht betrachtet: Welche Empfehlungen gibt es fürs Catering?

Die Veolia Stiftung fragt gern bei Förderprojekten aus dem gemeinnützigen Bereich an. Schließlich geht es hier in vielen Fällen um Arbeitsplätze für benachteiligte Menschen. Allerdings sind regionale und saisonale Angebote noch längst nicht selbstverständlich! Gar nicht so leicht, zwischen sozialen und klimarelevanten Aspekten abzuwägen! Wir setzen auf “immer wieder nachfragen”, aber es wäre schön, dem Umdenkprozess auch in dieser Branche ein wenig Schwung verleihen zu können …

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Hat die Ernährung großen Einfluss auf das Klima? Oh ja!

Der Durchschnittsdeutsche produziert nach dem inhaltlich vom IFEU entwickelten Online-CO2-Rechner „uba.klima-aktiv.de“ (Quelle: Umweltbundesamt) für seine Ernährung 1,55 t CO2 pro Jahr. Geschlecht, Alter, Gewicht, Arbeits- und Sporttätigkeiten gehen genauso in die Bilanz ein, wie Ernährungsform, Kauf von saisonalen, regionalen, ökologischen und tiefgekühlten Produkten.

Inwieweit die Ernährungsgewohnheiten die eigene CO2-Bilanz beeinflussen, soll an zwei Extrembeispielen gezeigt werden: Mann A und Mann B sind 18-29 Jahre alt, wiegen 70 kg, machen etwas Sport und kommen einer bewegungsarmen Tätigkeit nach. Mann A ernährt sich vor allem vegetarisch, kauft ausschließlich regionale und saisonale Ökoprodukte und verzichtet auf Tiefkühlware. Mann B ernährt sich fleischbetont, nimmt keine Rücksicht auf Saison-, Region- oder Bioprodukte und kauft ausschließlich Tiefkühlerzeugnisse. Während Mann A 1,15 t CO2 ausstößt, verbraucht Mann B 2,51 t CO2 jährlich und damit mehr als doppelt so viel wie Mann A.

Folglich gilt: Achtet man auf das Angebot innerhalb einer Saison, schafft man es gleichzeitig, frische Bioprodukte von regionalen Bauern (z.B. Wochenmarkt) zu erwerben, und erzielt man eine fleischreduzierte Ernährung, ist es möglich seinen CO2-Ausstoß zu verringern.

Doch auch eine sehr CO2-bewusste Ernährung ändert an der persönlichen Gesamtbilanz wenig, wenn weiterhin mit dem Auto zum Super- oder Wochenmarkt gefahren wird. Es zählt vor allem das Verhalten und die Einstellung zum Energiesparen insgesamt. Energiebewusstes Kochen, effiziente Haushaltsgeräte oder die Entscheidung, mit dem Fahrrad zum Bäcker zu fahren, sind notwendig und helfen zusätzlich die eigene CO2-Bilanz zu verbessern.

Chantal Licht, Lothar Eisenmann

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Empfehlungen rund um Ernährung

In den Handlungsgrundsätzen haben wir bereits die Grundregeln einer nachhaltigen und klimafreundlichen Ernährung definiert. Diese vereinbart eine Böden schonende Wirtschaftsweise mit Artenschutz auf dem Acker, eine artgerechte Tierhaltung, geschlossene Stoffkreisläufe, die Erzeugung hochwertiger Produkte, den Verzicht auf chemische Substanzen und Gentechnik, regionale Wertschöpfungsketten und faire Preise bei transparenten Erzeugungs- und Weiterverarbeitungsbedingungen.

Zur klimafreundlichen Ernährung gehört der Einkauf genauso wie die Ressourcen und Energie sparende Zubereitung. Nur wenn es gelingt, die Kriterien miteinander zu verknüpfen, kann die Bilanz letztlich positiv ausfallen. Daher gilt:

1. Bio vor konventionell
2. Regional vor national vor global
3. Saisonal (freier Himmel) vor Glashaus oder Folie
4. Biodivers vor homogen
5. Frisch vor fertig
6. Pflanzlich vor tierisch
7. Klimafreundlich einkaufen und kochen
8. Unverpackt vor Plastikwahn
• Wählen Sie Produkte der biologischen Anbauverbände, gern mit dem EU-Biosiegel
• Wählen Sie Produkte (und Handel), die saisonal zur Verfügung stehen und regional erzeugt wurden (saisonale und regionale Produkte anbieten)
• Kaufen Sie Arten- und Geschmacksvielfalt ein durch die Wahl alter Sorten
• Wählen Sie frische Produkte aus der Biokiste oder vom Markt
• Essen Sie überwiegend pflanzliche Kost und begrenzen Sie den Fleischkonsum
• Kaufen Sie zu Fuß oder mit dem Rad ein
• Kochen Sie Vitamin und Mineralstoff schonend und Energie sparend
• Vermeiden Sie unnötiges Verpackungsaufkommen durch die Wahl Ihrer Einkaufsstellen bzw. durch entsprechende Transportbehältnisse („Tupperware“) und lassen Sie Verpackungen im Geschäft

Zu jedem der genannten Punkte finden Sie hier: Ernährung_Maßnahmen_BUND.

Das Thema Catering folgt im Teil Veranstaltungen im September.

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Handlungsgrundsätze Ernährung

Unsere Ernährungsweise und die Landwirtschaft gehören zu den Hauptverursachern des Klimawandels. Allein etwa 20 Prozent der Treibhausgase entstehen durch die Art und Weise der Landwirtschaft und unsere Essgewohnheiten. Hauptursachen sind die Massentierhaltung, die Futtermittelproduktion, der Einsatz von Pestiziden (gegen „Schädlinge“), Herbiziden (gegen „Unkraut“) und Fungiziden (gegen Pilze), der Einsatz synthetischer (Stickstoff)Düngemittel sowie die Transportwege.

Von der Aussaat der Pflanzen oder Aufzucht der Tiere, über die Verarbeitung, die Transportwege und Lagerphasen hin zur Nutzung durch den Endverbraucher und der anschließenden Entsorgung der Speise- und Verpackungsreste: jede dieser Phasen verbraucht Energie und Ressourcen. Heizen, Kühlen, Spülen sowie die Wege zur Beschaffung tun ihr Übriges.

Die Ernährung hat am jährlichen CO2-Ausstoss eines durchschnittlichen Deutschen von 10,88 Tonnen einen Anteil von 1,65 Tonnen (Quelle:LFU Bayern). Weltweit gehen Forscher mittlerweile davon aus, dass wir unseren CO2-Ausstoß pro Kopf und Jahr für Konsum, Ernährung, Mobilität, Strom und Wärme und staatlichen Dienstleistungen aber insgesamt auf bis zu 1,5 Tonnen reduzieren müssen! Also weniger, als allein unsere Ernährungsweise bereits erzeugt.

Einer der Hauptgründe ist dieser: wir geben nur zwölf Prozent (ohne Tabak & Alkohol) unserer monatlichen Einkünfte für Essen aus! Das ist europaweit unterirdisch. Fazit: unsere Ernährungsweise ist billig, geschmacksneutral, klimafeindlich und zerstört unsere natürlichen Lebensgrundlagen! Statt bäuerlicher Landwirtschaft bestimmt die Agrarindustrie den Markt, statt natürlicher Landschaft überwiegen Agrarsteppen, statt Artenvielfalt herrscht Artenschwund, statt gesunder Nahrungsmittel krankmachende Verführungsmittel.

Noch immer fließen 60 Prozent des gesamten EU-Haushalts in die Landwirtschaft. Doch erhalten 20 Prozent der Agrar- und Lebensmittelindustrie 80 Prozent der Subventionen (Quelle: www.agrar-fischerei-zahlungen.de). Das Ergebnis sind Fleisch- und Futtermittelskandale, chemische Ersatzstoffe wie Analogkäse die Krebs verursachen können und eine immer stärkere Verwüstung der Böden für höhere Erträge und Profite, die zur Beschleunigung des Klimawandels beitragen.

Unsere Nahrungserzeugung und unser Konsumverhalten müssen sich drastisch verändern. Ein strategischer Konsum muss Vorrang haben vor dem Einkaufen über den Preis. Essen muss mehr wert sein! Mit einem höheren Preis müssen ökologische und soziale Standards in der Erzeugung, Verarbeitung und Lieferung erfüllt, Wertschöpfungsketten unterstützt und natürliche Kreisläufe eingehalten werden.

Doch Ernährung beginnt nicht erst mit der Gabel, die zum Munde geführt wird. Entscheidend ist, sich bereits im Vorfeld Gedanken zu machen über
• die Herkunft (Erzeugung, Verarbeitung, Lieferung) und Verfügbarkeit (Region und Saison) von Lebensmitteln,
• die Händler (Prinzipien) und das Angebot (Sortiment und Jahreszeit),
• die Art und Weise der Beschaffung (Mobilitäts- und Einkaufsverhalten),
• die Art und Weise der Zubereitung (klimafreundlich Kochen) und
• die Verwendung von Speiseresten und Verpackungen (Ressourcen schonen und wieder nutzen).

Statt einer beherrschenden konventionellen Agrar- und Lebensmittelindustrie bedarf es einer klimafreundlichen, aber auch für Natur und Umwelt insgesamt nachhaltigeren Ernährung, die Artenschutz auf dem Acker, artgerechte Tierhaltung im Stall und auf der Weide, qualitativ hochwertigen Geschmack und Genuss, eine die Gesundheit fördernde und gentechnikfreie Erzeugungsweise, regionale Wertschöpfungsketten fördernde, zu fairen Preisen und für den Konsumenten transparente Bedingungen schafft.

Dies kann nur gelingen wenn es klare Vorfahrtsregeln gibt und die folgenden Handlungsgrundsätze eingehalten werden (mit Filmtipps):
1. Bio vor konventionell.
Vorsicht: Bio ist nicht gleich Bio! Durchblick im Siegelwald bewahren.

2. Regional vor national vor global
Ohne Nationalismus und Dogmatismus „Deutsche, esst deutsche Bananen“, aber mit Umsicht „Bio-Tomaten im Januar aus Spanien?“! Mehr Infos hier.

3. Saisonal (freier Himmel) vor Glashaus oder Folie
Wann esse ich was und wo(runter) ist es gewachsen? Mehr Infos hier.

4. Frisch vor fertig
Was, bitte schön, heißt hier frisch? Mehr Infos hier.

5. Pflanzlich vor tierisch
Weniger ist mehr? Mehr Pflanzen ist mehr! Infos hier (→ Nahrung für die Welt).

6. Unverpackt vor Plastikwahn
Kein Plastik mitessen!? Mehr Infos hier.

Im Maßnahmenteil werden wir detailliert auf die einzelnen Aspekte eingehen und konkrete Umsetzungsvorschläge machen, wie eine klimafreundliche und Umwelt und Natur schonenden Ernährung bereits heute möglich ist.
Weitere Informationen zum Umbau der Landwirtschaft hier.

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Gesund und klimafreundlich …

Kurz wurde das Thema Ernährung unter Beschaffung schon angesprochen: Für Caterings fragen wir stets regionale und vorwiegend vegetarische Speisen sowie wiederverwendbares Geschirr an. Allerdings setzen nur wenige Anbieter explizit auf regionale oder gar klimafbewusste Angebote. Also ist unsere Devise: immer wieder nachfragen und Kompromisse finden.

Wenn möglich servieren wir unseren Gästen Trinkwasser aus der Leitung. Das ist klimafreundlich, weil es Energie spart, keine langen Wege und keine Verpackung braucht. Wirtschaftlich, weil es nur ein Hundertstel von Flaschenwasser kostet. Und wertvoll, weil es höchsten Qualitätsstandards entspricht und gesund ist. Gestern Abend bei der Auftaktveranstaltung der „Berliner Stadtgespräche Wasser“ erläuterte Jörg Simon von den Berliner Wasserbetrieben, dass die Entscheidung zwischen Trinkwasser aus der Leitung und Mineralwasser in Flaschen tatsächlich klimarelevant ist. Würden alle Berlinerinnen und Berliner auf Trinkwasser aus der Leitung statt aus der Flasche setzen, würde damit die Emission von 100 000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr vermieden!

Was die eigene Ernährung betrifft, entfaltet die persönliche Begegnung mit vielen Umweltbildungsprojekten seine Wirkung: Das kleine Stiftungsteam hat eine Vorliebe für gesunde und fleischarme Kost. Beliebtestes Mittagsziel ist die Suppenbörse. Im Büro werden Wasser (aus der Leitung), Tee und Kaffee getrunken. Nicht ohne uns gegenseitig und die Kollegen von Veolia Wasser hin und wieder daran zu erinnern, wie hoch der Verbrauch an Wasser bei der Kaffeeproduktion in oft wasserarmen Ländern ist …

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