Im Jubiläumsjahr, im zehnten Jahr ihres Bestehens, startete die Veolia Stiftung zusammen mit dem Institut für Energie und Umweltforschung (IFEU) Heidelberg und dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), Landesverband Berlin im Februar 2010 unter dem Motto „Zwölf Schritte zu einem geringeren CO2-Fußabdruck“ ein bislang einmaliges wie innovatives Projekt: Die Stiftung nahm ihre eigene Klimafreundlichkeit unter die Lupe und stellt sich die Frage, wie die von ihre geförderten Projekte klimafreundlicher werden können. Aber nicht etwa im stillen Kämmerlein: vielmehr wurden öffentlich und für jedermann zugänglich auf diesem Blog alle gewonnen Erkenntnisse, Schlüsse und Handlungsschritte dokumentiert.
Das Projekt und die Art der Kommunikation desselben sind vorbildlich. Mit dem Projekt wurde das gelebt, was für ein Vorankommen im Klimaschutz essentiell ist, nämlich bei sich selber anzufangen. Zum anderen sollten Anreize für andere zum Handeln gegeben werden. Und: es wird nicht über das geredet, was gut ist. Sondern über das, was man tut!
Monat für Monat haben wir uns Themenbereiche des Alltags wie z.B. Ernährung, Konsum, Mobilität oder Energieverbrauch vorgenommen und aufgezeigt, welch großen Einfluss unser individuelles Verhalten auf die Klimawirkung unserer Handlungen bzw. unserer Lebensweise hat. Wir haben festgestellt, dass unsere Lebensweise und unser Lebensstil noch lange nicht perfekt sind. Zu groß sind noch die negativen Auswirkungen unseres Handelns auf Natur und Umwelt. Viele Lösungen zur Schonung unserer Ressourcen warten noch auf ihre Entwicklung, Alternativen zu herkömmlichem und gewohntem auf ihre Erfindung, traditionelle Denkweisen auf Ersatz durch fortschrittliches Denken.
Für jeden Themenbereich wurden zwar grundsätzliche Handlungsregeln formuliert, wir haben aber auch gesehen, dass es nicht die eine, immer richtige Lösung gibt. Vielmehr entscheidet die individuelle Situation über eine Lösung. Das die „beste“ Lösung oft nicht die perfekte für Natur und Umwelt ist, ist auch ein Problem mangelnder Wahlmöglichkeiten. Faktoren wie Informationsdefizit oder Informationsüberfluss, wirtschaftliche Grenzen, rechtliche und umweltpsychologische Hemmnisse und vieles andere mehr beeinflussen die Entscheidungen. Noch scheint der Ausweg aus unserem Handeln und den Auswirkungen auf Natur und Umwelt oft zwischen „dem kleineren Übel“, „Pest“ oder „Cholera“ oder der „Verringerung“ der negativen Auswirkungen zu bestehen.
Doch jede Veränderung ist ein Anfang. Letztlich kann schon ein Dominosteine, der umfällt, die ganze Kette an Dominosteinen zum umfallen bewegen. Aber was uns heute bewegt, kann schon morgen nicht mehr gelten.
Die Veolia Stiftung geht in einigen Punkten als gutes Vorbild voran und hat konkrete Schritte unternommen, wie z.B. den Wechsel zu einem Ökostrom-Anbieter oder das Aufstellen einer Gelben Tonne. Was einfach oder selbstverständlich klingt, war durch bestimmte Rahmenbedingungen bislang nicht gewährleistet. Es bedurfte erst der Nachfrage und des Engagements eines Einzelnen, um beides zu realisieren. Aber die Botschaft lautet: Veränderung war und ist möglich! Und nicht nur, wenn man sich an die eigene Nase packt.
So kann die Stiftung noch eine weitaus größere Lanze für den Klimaschutz brechen, wenn sie entsprechenden Einfluss auf die von ihr geförderten Projekte ausübt. Gefördert werden sollen die, die sich bereit erklären, zum Klimaschutz beizutragen. Dabei geht es nicht allein darum, die sowieso schon gut dar stehenden noch besser zu machen. Vielmehr soll jeder dort abgeholt werden, wo er steht. Nur die Bereitschaft und der Wille zur Veränderung müssen gegeben sein. Daher wurde auf der Basis der aufgestellten Handlungsgrundsätze und Maßnahmenempfehlungen ein Leitfaden zur klimafreundlichen Planung und Durchführung von Projekten erarbeitet, welcher den Antragstellern als Hilfestellung dient, Verbesserungen zu identifizieren und anzugehen. Zum anderen werden – einzigartig in der Stiftungswelt – anhand von klimarelevanten Kriterien Fragen erstellt, die in das Antragsformular der Veolia Stiftung aufgenommen werden und so bereits bei der Antragstellung die Klimafreundlichkeit der potenziellen Förderprojekte überprüfbar machen.
Außerdem besteht die Möglichkeit der Anreizwirkung einer solchen Praxis auf andere Stiftungen, auf Antragsteller, Privatpersonen, Unternehmen oder gar auf die Politik. Stiftungen bietet der Blog bspw. Anregungen, die eigene Stiftungsarbeit zu hinterfragen. Bei Antragstellern, Privatpersonen und Unternehmen kann ein Bewusstsein für die Komplexität des Klimawandels und die Notwendigkeit, selbst aktiv zu werden, geschaffen werden. Vom Bestehen eines solchen Klimablogs und von der Zahl der Leser kann eine Signalwirkung auf politische Entscheidungsträger ausgehen, insofern, dass diese das wachsende Interesse und Bewusstsein der Wähler für die Wichtigkeit des Klimaschutzes zur Kenntnis nehmen und stärker in ihre Entscheidungen mit einbeziehen.
Allerdings liegt bei all diesen Möglichkeiten die Betonung auf „kann“. Denn der Erfolg eines Blogs ist ganz entscheidend von der Anzahl der Leser, also von Ihnen, liebe Leser, abhängig. Je mehr Leute diesen Blog lesen, desto größer der Erfolg unseres Blogs. Ihre Kommentare zu unserem Blog waren zwar sehr erfreulich, zahlenmäßig gesehen jedoch eher bescheiden. Helfen Sie mit, das zu ändern! Kommunizieren Sie diesen Blog an Ihre Familie, Freunde, Bekannte und Kollegen, kommentieren Sie ihn, entwickeln Sie die gemachten Vorschläge weiter und helfen Sie mit, ein Bewusstsein zu schaffen, für eine gute und gleichsam wichtige Sache für Mensch, Natur und Umwelt: den Klimaschutz!