Handlungsgrundsätze Strombezug
Die jüngst von uns formulierte allgemeine Faustformel für zukunftsfähiges Handeln „Besser, anders, weniger“ gilt auch für den Bezug von Strom. Doch wer glaubt, dass es mit „Ökostrom“ allein getan ist, irrt! Denn jegliche Erzeugung von Strom, auch die von Ökostrom, verbraucht Ressourcen. Deshalb steht ganz oben auf der Agenda:
Bedarf senken und Strom sparen!
Bedarf und damit Strom effizienter nutzen!
Verbleibenden Bedarf mit erneuerbaren Ressourcen decken!
Dabei ist von besonderer Bedeutung, dass Stromprodukte einen zusätzlichen Umweltnutzen haben. Denn wirklich „besser“ und „anders“ ist auch Ökostrom nur dann, wenn er folgende Bedingungen erfüllt:
• Der Bezug oder Kauf von Ökostrom muss den Bau neuer Erzeugungsanlagen fördern!
• Der Bedarf an erneuerbaren Energien, der regional nicht erzeugt werden kann, muss über Ressourcen schonende Wege gedeckt werden.
Je kürzer die Stromversorgungswege vom Produzenten zum Verbraucher sind und je effektiver die Übertragungstechnik ist, desto geringer sind auch die Transport- und Umwandlungsverluste! Aber nicht immer ist der Bezug von regionalem und dezentralem Strom aus erneuerbaren Energien trotz kurzer Wege und effizienter Umwandlung die beste Lösung. Vielmehr hängt der ökologische Nutzen von der Verfügbarkeit der erneuerbaren Energie ab. So steht beispielsweise Biomasse regional nur im begrenzten Umfang zur Verfügung oder fehlt deren Entnahme im Stoffkreislauf der Natur vor Ort. Ein übermäßiger Anbau von schnell nachwachsenden Rohstoffen wiederum kann die Artenvielfalt beeinträchtigen. Die Nutzung aller erneuerbarer Energien ist daher nicht per se auch ökologisch sinnvoll!
Ziel des Ökostrombezugs ist es somit, bereits kurzfristig den Anteil der erneuerbaren Energien am Strommix insgesamt zu erhöhen! Dies geschieht nur, wenn der Bedarf sinkt, gleichzeitig der Anteil von erneuerbaren Erzeugungsanlagen aber ausgebaut wird. Zudem müssen fossile Erzeugungsanlagen reduziert werden. Jeder Cent, der für eine Kilowattstunde ausgegeben wird, sollte also mit einem gewissen Anteil in den Bau neuer Erzeugungsanlagen fließen! Je höher der Anteil ist, desto schneller erfolgt der Ausbau.



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