Klimablog

Beschaffung

Gibt es noch Einsparpotenziale bei der Beschaffung?

Die Beschaffungspolitik der Veolia Stiftung ist, auch wenn es keine eigene Richtlinie gibt, bereits vorbildlich. Verbesserungen gibt es hier tatsächlich nur im Detail.

So kann man prinzipiell lange darüber streiten, welches Recyclingpapier das Beste ist (das mit dem größten Braunton, also mit dem geringsten Bleichanteil). Aber überhaupt darauf zu achten, entspricht heute nicht mehr den selbstverständlichen Beschaffungsgrundsätzen.

Verlässliche Daten zum Vorteil von Recyclingpapier gegenüber Papier aus Frischfasern sind nur schwer zu erhalten. Viele Voraussetzungen müssen erst berechnet und geklärt werden, um Energieverbrauch und damit CO2-Emissionen zu berechnen. Deshalb ist das Grundprinzip bei der Beschaffung nicht nur von Papier wichtig, möglichst im Sinne einer Kreislaufwirtschaft einzukaufen. Wem also an der Erhaltung von Wäldern gelegen ist, der kauft auch unabhängig vom genauen Energiebedarf Recyclingpapier.

Ein Augenmerk sollte man auf die Beschaffung von Computern und weiteren Elektrogeräten richten. Diese Produkte haben im Gegensatz zu Bürostühlen und Schreibtischen meist nur eine geringe Lebensdauer von wenigen Jahren. Hier bietet sich eine vom Umweltbundesamt unterstützte Homepage an, die Hinweise gibt.

Ansonsten ist der Veolia Stiftung nur zu raten, die bisherige Beschaffungspolitik beizubehalten.

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Beschaffung und Konsum – die versteckten CO2-Emissionen

Der direkte Energieverbrauch für Wärme und Strom lässt sich noch relativ leicht bestimmen, wie in den vorangegangenen Monaten zu sehen war.

In der Beschaffung von Gütern sind die CO2-Emissionen allerdings versteckt, da sie als indirekter Energieverbrauch für die Produktion und den Transport anfallen. Dieser Bereich wird gerne unterschätzt, was auch daran liegt, dass methodische Probleme bei der doch sehr komplexen Bilanzierung auftreten.

Private Haushalte konsumieren jährlich Produkte, die für die Erzeugung von etwa 2,5 Tonnen CO2 verantwortlich sind. Dies ist ein relativ großer Anteil der durchschnittlich 11 Tonnen pro Bundesbürger, der nur innerhalb enger Grenzen beeinflussbar ist. Kann man durch Wärme und Strom aus erneuerbaren Energieträgern seine CO2-Emissionen stark reduzieren, ist dies bei der Beschaffung von Produkten komplizierter. Es fallen nämlich auch CO2-Emissionen für Dienstleistungen und Produkte aus dem Bildungssektor, der gemeinsam genutzten Infrastruktur oder der Abfallentsorgung an, die der Einzelne nicht beeinflussen kann. Dies ist schon über 1 Tonne pro Bürger.

Die Beschaffungspolitik der Veolia Stiftung ist im Vergleich zum Konsum in Privathaushalten noch relativ überschaubar. Im Wesentlichen muss man sich die Anschaffungen von Büromöbeln und Büromaterialien sowie die Anschaffung von technischen Geräten anschauen. Gezielte Beispiele untersucht der nächste Beitrag.

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Maßnahmen Beschaffung

Wie sich Verbraucher im Markt bewegen, ist zugleich das Problem und ein Teil der Lösung. Denn einerseits löst Nachfrage einen überhöhten Fluss an Energie und Ressourcen aus, anderseits können Verbraucher eine treibende Kraft für die Gestaltung von nachhaltigen Wertschöpfungsketten sein. Wie man zur treibenden Kraft dieser Entwicklung wird, haben wir in den Grundsätzen zu einer „grünen Beschaffung “bereits beschrieben. Darin enthalten ist die Empfehlung, die Beschaffung in die (Unternehmens-)Strategie aufzunehmen und ein Nachhaltigkeitsmanagement zu installieren.
• Beschaffungsordnung als Leitmotiv aufstellen
• Bedingungen an den Vertragspartner stellen
• Durchblick im Siegelwald herstellen – Empfehlung ersetzt keine eigene Meinungsbildung
• Ausschreibung mit Nachweispflicht zur Erfüllung der Standards durchführen
• Ganzheitliche Bewertungsansätze wählen
• Stofflexikon nutzen
Hier finden Sie jeweils Hinweise, Kriterien, Siegel und Zertifizierungen sowie Informationen zur Produktsuche für
• Elektronische Geräte
• Beleuchtungsmittel
• Bürobedarf
• Papier
• Innenausstattung
• Pflanzen und Blumen
• Werbemittel und Geschenke
• Reinigungsmittel
• Telefon und Mobilfunk
• Briefe, Pakete & Co.
• Druck- und Kopiererzeugnisse und
• Internetsuchmaschinen
Ausführliche Handlungsempfehlungen zum Thema Beschaffung finden Sie hier Beschaffung_Maßnahmen_BUND.
Die Themen Ernährung und Mobilität folgen noch im Klimablog.

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Wir sind kritischer Konsument

Die Veolia Stiftung hat als kleine Organisation keine explizit formulierte Beschaffungsrichtlinie. Wohl aber Einkaufsprinzipien. Wir verstehen uns als kritische Konsumenten und wissen: Mit unserer Nachfrage nehmen wir letztlich Einfluss auf das Angebot. Ganz bewusst möchten wir wirtschaftliche, umweltrelevante und soziale Aspekte bei der Auswahl unserer Lieferanten berücksichtigen. Was kaufen wir ein?

An Verbrauchsmaterialien sind das Briefpapier, Visitenkarten, Hefter. Ein Mal im Jahr drucken wir eine kleine Broschüre. Alles Drucksachen sind 100% Recyclingpapier. Ein paar Stifte zum eigenen Gebrauch – das war es schon.
Bis auf die Möbel verfügen wir nicht über langlebige Sachinvestitionen. In unserem konkreten Fall allerdings wurden diese vom Vermieter erworben und zur Verfügung gestellt. Bei einer eventuellen Erneuerung in ein paar Jahren würden wir genau auf die Herkunft, die verwendeten Materialien, die Langlebigkeit und mögliche Recyclingfähigkeit der Möbel achten.

Beim Catering von Veranstaltungen fragen wir stets regionale und vorwiegend vegetarische Speisen sowie wiederverwendbares Geschirr an und servieren nach Möglichkeit Trinkwasser aus der Leitung. Aus der Förderpraxis kennen wir viele gemeinnützige Caterer. Nur wenige Anbieter setzten allerdings auf regionale oder explizit klimaneutrale Angebote. Das bedeutet – immer wieder nachfragen und Kompromisse finden.
Das Thema Trinkwasser ist uns sehr wichtig, klar bei der Nähe zu Veolia Wasser. Die Argumente für gesundes Wasser aus der Leitung liegen auf der Hand: Klimafreundlich, weil es Energie spart und keine
Verpackung braucht. Wirtschaftlich, weil es nur ein Hundertstel von Flaschenwasser kostet. Wertvoll, weil es höchsten Qualitätsstandards entspricht und gesund ist.

Die Reinigung des Büros wird über einen Rahmenvertrag des Vermieters abgedeckt. Deshalb haben wir leider nur geringe Einflussmöglichkeiten auf die Auswahl der Reinigungsmittel und die sozialen Aspekte. Wir haben durch Gespräche mit unserer “Putzfee” aber schon bewirkt, dass weniger starke Produkte zur Reinigung verwendet werden.

Damit ist das Spektrum der Beschaffung für unsere Organisation schon abgebildet, die sicher dem Einkaufsverhalten vieler Gemeinnütziger ähnelt. Oder?

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Grundsätze “grüner” Beschaffung

Was ist „grüne Beschaffung“? Eine Klima und Ressourcen schonende Beschaffung bedeutet, beim Einkauf von Produkten und Dienstleistungen (DL) auf deren Umwelt- und Sozialverträglichkeit insgesamt zu achten. Das fängt mit der Nachfrage nach der Gewinnung bzw. dem Anbau von Rohstoffen an, führt über die Verarbeitung, die Lagerung, den Transport bis hin zur Nutzung und Entsorgung. Die eigentliche Nutzung ist also nur ein Aspekt der Einkaufsentscheidung! Betrachtet wird vielmehr das Produkt bzw. eine DL über den gesamten Lebenszyklus. Maßgebend für die Wirtschaftlichkeit ist dabei nicht mehr allein der reine Kaufpreis, sondern sind der Anschaffungspreis, die Lebensdauer, die Betriebskosten und deren Abzinsung. Klima und Ressourcen schonendes sowie sozialverträgliches Handeln trägt damit zum Imagegewinn bei.

Nicht „Tue Gutes und rede darüber“ muss das Motto sein, sondern „Rede über das, was Du tust“! Dazu gehört eine (Unternehmens-)Strategie, die Klima und Ressourcen schonendes Handeln verbindlich festlegt und qualitative und messbare Ziele mit konkreten Aktionsplänen und Maßnahmen benennt. Transparenz und Offenheit gehört also zwingend zum Einkauf und den Kriterien, die zu diesem geführt haben und auf dessen Grundlage der Einkauf erfolgte dazu. Eine unabhängige Evaluation und ein unabhängiges Monitoring erhöhen die Glaubwürdigkeit und den Erfolg.
Halten Sie sich an die folgenden Grundsätze:
• Kaufen Sie nur, was sie wirklich benötigen.
• Kaufen Sie qualitativ hochwertig ein (weniger und langlebiger ist mehr).
• Kaufen Sie nur das ein, dessen Herkunft und Entstehungsprozess transparent ist.
• Achten Sie auf unabhängige Siegel und Zertifikate und vergleichen Sie deren Anforderungen.
• Bevorzugen Sie eine regionale Wertschöpfung.
• Wählen Sie nach Gewinnung/Anbau, Verarbeitung, Lagerung, Transport, Nutzung und Entsorgung das umweltverträglichste Produkt.

Je höher der Anteil der Wiederverwertung des Produkts ist bzw. je vollständiger es in seinem Ursprungszustand wieder in den natürlichen Stoffkreislauf zurückgeführt werden kann, desto geringer ist der ökologische Fußabdruck! Nicht immer lassen sich für alle Handlungsgrundsätze optimale Lösungen finden. Zeit und Aufwand müssen zudem im Verhältnis zu Nutzen und Kosten stehen. Doch je mehr Sie über ein Produkt bzw. eine DL und sein bzw. ihren Entstehungsprozess wissen, desto „grüner“ wird ihre Beschaffung werden: zu Ihrem und zum gesellschaftlichen Vorteil.

In den noch folgenden Handlungsempfehlungen liefern wir eine Reihe weiterer spezifischer Informationsmöglichkeiten sortiert nach Produkten und Dienstleistungen. Hier ein allgemeiner kompakter Überblick zum Thema Beschaffung:

Datenbank des Umweltbundesamtes

Beschaffung und Klimaschutz

Chancen der Beschaffung: McKinsey

Rat für nachhaltige Entwick-lung

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