Ökostrom bestellen und dann zurücklehnen?
Kann man sich entspannt zurück lehnen, wenn man seinen Strom nicht mehr konventionell bezieht, sondern auf Ökostrom umsteigt? Leider nein, aber man muss es trotzdem tun.
Auf den ersten Blick scheint Ökostrom die Lösung aller CO2-Probleme zu bieten. Durch die Nutzung von Sonnenenergie in Form von Photovoltaik, Windenergie oder Wasserkraft und Biomasse anstelle der Verbrennung von Kohle, Erdgas oder Erdöl sind die mit der Stromerzeugung verbunden Emissionen natürlich deutlich geringer. Bin ich mit meinem Ökostrom-Bezug also nicht mehr verantwortlich für den Klimawandel? Kann ich sogar mehr Strom verbrauchen, da „meiner“ ja CO2-arm ist?
Wie bei der Frage der Klimaneutralität hilft hier die Gesamtbetrachtung weiter: Wenn morgen alle Deutschen Ökostrom beziehen würden, gäbe es dann keine CO2-Emissionen mehr? Natürlich gäbe es die weiterhin, so viel Ökostrom steht gar nicht zur Verfügung. Die Kapazitäten müssen in den nächsten 30 bis 50 Jahren zur vollständigen Versorgung erst aufgebaut werden.
Ist Ökostrom deshalb nutzlos? Nein, natürlich auch nicht. Es ist sogar ein wichtiges energiepolitisches Signal des Verbrauchers an den Gesetzgeber: Ja, wir möchten den erneuerbaren Anteil am Energiemix erhöhen. Dafür sorgt vor allem das Erneuerbare Energien Gesetz. Durch eine höhere Vergütung, die alle Stromverbraucher finanzieren, hilft es beim Ausbau der Stromproduktion durch Erneuerbare. Und dies mit großem Erfolg. So betrug im Jahr 2008 ihr Anteil an der Stromproduktion über 15 Prozent, im Vergleich mit unter 5 Prozent 10 Jahre vorher eine tolle Leistung. Dieses Tempo muss unbedingt beibehalten und wenn möglich noch gesteigert werden. Dass es dem Bürger ein Anliegen ist, kann er den Gesetzgeber wissen lassen: durch den Bezug von Ökostrom.
Welchen Stromlieferanten soll man nun wählen? Mit den durchaus komplizierten Details muss sich nicht jeder noch einmal intensiv beschäftigen. Die Verbraucherzentralen, die Umweltverbände oder Plattformen wie www.ecotopten.de bieten durchaus eine gute Übersicht. Und dann heißt es weiterhin: Wo kann ich sparen, wie kann ich effizienter nutzen?



