Klimablog

Veranstaltungen

Die Geburtstagsfeier der Veolia Stiftung

Die Feier zum 10. Geburtstag der Veolia Stiftung fand am 29. September im Foyer der Berliner Wasserbetriebe (Neue Jüdenstraße) statt. Eine wunderbare Gelegenheit, die Grundsätze für umweltfreundliche Veranstaltungen umzusetzen. Was haben wir getan?

- Die Einladungen haben wir digital und per Post versandt. Wir haben den Eindruck – vielleicht zu Unrecht? – einige unserer Partner an die Online-Einladung heranführen zu müssen. Was uns wirklich fehlt ist ein Online-Tool zur Anmeldung für Veranstaltungen. Das wäre nicht nur umweltfreundlich. Es würde die Arbeit tatsächlich wesentlich erleichtern. Hat jemand eine Empfehlung?

- Wir haben einen Veranstaltungsort gewählt, der gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen ist. Darauf wurde auch auf der Einladung hingewiesen.

- Das Catering war fleischlos und basierte auf regionalen und saisonalen Produkten. Es wurde ausschließlich Mehrweggeschirr verwendet.

- Als give-away gab es ein Kräuterpflänzchen in einem wiederverwerteten Tetrapack – eine Idee von Nomadisch Grün, den Initiatoren der Prinzessinnengärten.

- Wir haben die Gäste darauf hingewiesen, dass wir die Veranstaltung klimafreundlich gestaltet haben. Wir baten sie, in eine Liste die Art ihrer Anreise und die dafür zurückgelegte Entfernung einzutragen.

- Statt der üblichen Plastiknamensschilder haben wir Klebeschilder aus Stoff benutzt. Der Nachteil: Sie sind recht klein und nicht so gut lesbar. Wer hat Erfahrungen mit anderen umweltfreundlichen Namensschildern?

- Auf der Grundlage der Checklisten von Climatepartner werten wir nun alle Koordinaten unserer Veranstaltung aus und planen die Kompensation der Emissionen. Darüber möchten wir unsere Gäste im Nachgang der Veranstaltung per Mail informieren.

Gespeichert unter: Veranstaltungen |

Weitere Informationen zu umweltfreundlichen Veranstaltungen

Zugegeben, das Thema ist komplex, da viele Einzelaspekte betrachtet werden können. Und was ist letztlich wirklich relevant? Man ahnt es schon, eine überragende Bedeutung für die CO2-Emissionen einer Veranstaltung spielt die An- und Abreise der Teilnehmer, wenn diese nicht aus der unmittelbaren Nähe kommen sondern eine größere Entfernung zurückzulegen haben. Erst dann kommen die weiteren Aspekte wie Energieverbrauch, Catering und umweltfreundliche Materialien.

Bevor es heißt: „Das ist mir alles zu kompliziert“, sollte man sich erst einmal mit dem Thema Mobilität beschäftigen. Eine Hilfe dabei ist ein umfassender Leitfaden zu Geschäftsreisen des VCD e.V. .

Sind die wichtigsten Maßnahmen umgesetzt, kann man die weiteren Bereiche berücksichtigen. Umfassende Hilfe gibt es in diesem Blog.

Eine weitere Ergänzung liefern das Bundesumweltministerium und das Umweltbundesamt. Die beiden Institutionen haben einen Leitfaden für die umweltgerechte Organisation von Veranstaltungen mit einem ausführlichen Checklisten-Teil herausgegeben.

Solchermaßen gut ausgestattet kann bei der nächsten Veranstaltung eigentlich nichts mehr schief gehen.

Tags: |
Gespeichert unter: Veranstaltungen |

Veranstaltungen können sich sehr unterscheiden

Natürlich gibt es klimaneutrale Veranstaltungen. Die Fußballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland wurde bereits als klimaneutral deklariert. Aus den vorangegangenen Bereichen des Klimablogs konnten wir aber sehen, dass Klimaneutralität allein keine Lösung ist.

Zuerst muss also erst einmal die CO2-Emission einer Veranstaltung berechnet werden. Dazu betrachten wir zwei recht gegensätzliche Veranstaltungen. Zuerst soll ein Projekt-Treffen betrachtet werden, wie es die Veolia Stiftung veranstaltet. Ein solches regionales Treffen mit etwa 80 Gästen verursacht etwa vier Tonnen CO2-Emissionen. Entscheidend ist, dass die Gäste keine zu große Anreise haben (im Schnitt 200 Kilometer) und dass sie zu über der Hälfte mit der Bahn bzw. dem ÖPNV anreisen. Die CO2-Menge ist immerhin schon doppelt so hoch wie die Jahresemission für Wärme oder Mobilität der Stiftung.

Eine solches Projekttreffen kann aber auch anders aussehen: Eine zentrale Veranstaltung mit 160 Gästen in Berlin, zu der alle Projektbeteiligten eingeladen werden. Diese reisen auch zur Hälfte mit dem Flugzeug an, da sie aus ganz Deutschland kommen. Diese Veranstaltung verursacht CO2-Emissionen in Höhe von etwa 170 Tonnen, also etwa 40-mal so viel wie eine der beiden Regionalveranstaltungen.

Die Beispiele sollen zeigen, dass die Konzeption einer Veranstaltung einen erheblichen Einfluss auf die CO2-Emissionen hat. Tückisch dabei ist, dass die Verantwortlichkeiten unklar sind. Sind die Emissionen dem Veranstalter anzurechnen oder den Teilnehmern? Etwas einfach würde man es sich machen, wenn man nun jede Veranstaltung durch die Unterstützung klimafreundlicher Projekte kompensiert. Wie die Veolia Stiftung zeigt, lässt sich allein mit der Konzeption der Veranstaltung eine erhebliche Menge an CO2 vermeiden.

Gespeichert unter: Veranstaltungen |

Maßnahmenvorschläge für Veranstaltungen

Die klimafreundlichste Veranstaltung ist die, die gar nicht stattfindet. Grundsätzlich sollte bei der Planung von Veranstaltungen daher der Wert der Veranstaltung gegenüber dem Aufwand und dem entstehenden Ressourcenverbrauch und den Emissionen abgeschätzt werden.

Folgende Maßnahmen sollten beachtet werden:
• noch während der Planung klimafreundliche Kriterien und Nachhaltigkeitsstandards definieren
• Kriterien und Standards mit Lieferanten vertraglich vereinbaren
• Kriterien und Standards vor, während und nach der Veranstaltung kommunizieren
• zentral gelegenen, mit umweltfreundlichen Verkehrsmitteln erreichbaren und zertifizierten Veranstaltungsort wählen
• Energie effiziente Technik einsetzen und Ökostrom beziehen
• „grüne“ Konferenzmaterialien einsetzen
• Biologische Speisen und Getränke saisonal aus der Region
• Abfall vermeiden und reduzieren, nachwachsende Rohstoffe einsetzen
• Schonend mit Wasser umgehen
• Emissionen kompensieren

Die ausführlichen Maßnahmenvorschläge und Ausführungen finden Sie hier: Veranstaltungen_Maßnahmen_BUND.

Gespeichert unter: Veranstaltungen |

Handlungsgrundsätze für umweltfreundliche Veranstaltungen

Jahr für Jahr ziehen Großveranstaltungen wie Sport- oder Musikevents Millionen von Fans und Zuschauern an, aber auch auf Konferenzen, Tagungen usw. kommen viele Menschen an einem Ort zusammen, um etwas gemeinsam zu erleben, zu erlernen oder sich zu informieren. Wie wertvoll der Anlass dieser Zusammenkünfte auch sein mag, so gibt es auch bei Veranstaltungen eine Kehrseite der Medaille: ein hohes Verkehrsaufkommen, große Abfallmengen, ein enormer Bedarf an Wasser, Energie und anderen Ressourcen sowie Emissionen von Luftschadstoffen und Treibhausgasen – die Liste möglicher schädlicher Umweltauswirkungen von Veranstaltungen ist lang.

Weltweit nehmen jährlich mehr als 80 Millionen Menschen an Meetings oder Konferenzen teil. Weitaus mehr sind es, wenn man die Besucher von Show-Events oder Ausstellungen mit einrechnen würde. Deutschland wird europaweit als die beste Veranstaltungsdestination angesehen und liegt auch weltweit auf Platz zwei hinter den USA. Über 6.000 Tagungs- und Veranstaltungsstätten hat Deutschland zu bieten, in denen 2,76 Millionen Veranstaltungen mit 318 Millionen Teilnehmern stattfinden – das entspricht nahezu dem Vierfachen der Einwohnerzahl Deutschlands.

Diese Zahlen vermitteln einen Eindruck von der Dimension der Umweltauswirkungen von Veranstaltungen und erklären gleichzeitig, warum insbesondere vor dem Hintergrund des fortschreitenden Klimawandels die Veranstaltungsbranche zunehmend vor Herausforderungen steht. Immer öfter wird der Ruf nach umwelt- oder klimafreundlichen Veranstaltungen laut.

Die gute Nachricht daher: es geht auch anders! Nämlich umweltfreundlicher und mitunter auch kostengünstiger bei gleichzeitigem Gewinn an Qualität und Komfort der Veranstaltung. Wichtig ist dafür allerdings, frühzeitig entsprechende Kriterien zu berücksichtigen und geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um die Veranstaltung möglichst klimafreundlich und nachhaltig zu gestalten. Das bedeutet, dass nicht erst am Veranstaltungstag selbst Kriterien berücksichtigt werden, sondern bereits bei der Planung und Kommunikation der Veranstaltung.

Dies ist besonders aufgrund der Tatsache wichtig, dass man bei der Organisation von Konferenzen und Veranstaltungen oft unter Zeitdruck steht. Es sind plötzlich viele Dinge auf einmal zu tun: Papiere organisieren, Hotellisten zusammenstellen, Verhandlungen mit Lieferanten führen usw., so dass Umweltaspekte schnell ins Hintertreffen geraten.

Veranstaltungen stellen eine hervorragende Möglichkeit dar, all unsere guten Handlungsgrundsätze und Maßnahmenvorschläge der bereits behandelten Themengebiete anzuwenden! Denn bei der Organisation und Durchführung einer Veranstaltung spielen Mobilität (An- und Abreise der Teilnehmer), Ernährung (Catering) und die Beschaffung von Produkten und Dienstleistungen ebenso eine Rolle wie ein verantwortungsvoller Umgang mit Energie , Wasser , anderen Ressourcen und Abfällen (folgt im Monat Oktober).

Nachfolgend nennen wir Handlungsgrundsätze, deren Einhaltung klimafreundliche, nachhaltige Veranstaltungen ermöglicht:

1. Veranstaltungen klimafreundlich planen!
2. Klimafreundlichkeit und Nachhaltigkeit kommunizieren!
3. Verkehrsgünstig gelegene und zertifizierte Veranstaltungsorte wählen!
4. Energie einsparen, reduzieren und Ökostrom verwenden!
5. Grundsätze grüner Beschaffung beachten!
6. „Bio“ und „Fair Trade“ verlangen und Grundsätze klimafreundlicher Ernährung beachten!
7. Abfall vermeiden, reduzieren und ökologische Verpackungen nutzen!
8. Wasser schonen und einsparen!
9. Unvermeidbare Emissionen kompensieren!

Der Maßnahmenteil liefert detaillierte Vorschläge, wie diese Handlungsgrundsätze im Einzelnen praktisch umgesetzt werden können.

Gespeichert unter: Veranstaltungen |

Die Stiftung als Veranstalter


Zwei Mal im Jahr organisiert die Veolia Stiftung sogenannte Projekt-Foren, bei denen wir neuen Förderprojekten ihre Schecks übergeben. Am 29. April 2010 sah das im MACHmit! Museum für Kinder in Berlin zum Beispiel so aus, wie auf dem obigen Foto. Wir haben meist rund 60 bis 80 Gäste. Nach der Scheckübergabe, bei der die Projektvertreter ihre Initiativen kurz vorstellen, gibt es einen kleinen Umtrunk und Gespräche.

Rund um solche und andere Veranstaltungen gibt es eine Reihe klimarelevanter Faktoren:

Nehmen die zum Beispiel die Einladungen. Zu unseren Projekt-Foren laden wir seit etwa einem Jahr auschließlich per Mail ein. Aber zu einer besonderen Veranstaltung wie dem 10-jährigen Stiftungsjubiläum Ende September gibt es dann doch eine gedruckte Einladung, natürlich auf Recyclingpapier. Auch der Versand der Einladungen ist klimarelevant: Seit dem Frühjahr 2010 versendet Veolia sämtliche Post mit GoGreen, kompenisert also die entstehenden Emissionen.

Wir organisieren die Veranstaltungen meist in den Räumen von Förderprojekten. Bei der Auswahl des Standorts achten wir auch darauf, dass er gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen ist.

Zur technischen Unterstützung brauchen wir bei den Projekt-Foren meist lediglich ein Mikro und im Winter natürlich Licht – der zusätzliche Stromverbrauch ist also überschaubar.

In den Diskussionen zu den Themen Beschaffung und Ernährung habe ich schon berichtet, dass wir gern auf regionale und saisonale Kost setzen. Allerdings ist diese gerade bei gemeinnützigen Partnern, die wir für Caterings anfragen, noch nicht so leicht zu finden.

Nun bin ich gespannt auf die Analyse der Experten …

Gespeichert unter: Veranstaltungen |