Klimablog

Wärme und Wasser

Wärme sinnvoll nutzen – und was bringt’s?

Im vorigen Beitrag wurden die Bereiche korrektes Nutzerverhalten und technische Gebäudemaßnahmen identifiziert, wenn es um Einsparungen bei der Heizungswärme geht. Aber wie groß sind die Potenziale? Geht man davon aus, dass die Regelungstechnik nicht zu alt und einigermaßen korrekt eingestellt ist, lassen sich durch angepasstes Nutzerverhalten immer zwischen 10 und 20 Prozent Wärme einsparen. Für die Veolia Stiftung wären das etwa 300 Kilogramm CO2 im Jahr, und das ohne Investitionen. Ein modernes Gebäude kommt etwa mit der Hälfte der Heizwärme aus. Damit wäre noch einmal 1 Tonne CO2-Einsparung möglich. Diese Zahlen scheinen relativ gering und hängen natürlich von der Größe der betrachteten Einrichtung ab. Eine Stiftung mit 20 Beschäftigten würde allein durch Nutzerverhalten auf ein Einsparpotenzial von 6 Tonnen CO2 kommen, damit könnte schon ein ganzes Einfamilienhaus weggespart werden.

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Wärme konkret: Die Maßnahmenvorschläge

Zwei Bereiche eignen sich zur Einsparung von Heizenergie. Zum einen spielt das Nutzerverhalten eine große Rolle, zum anderen sind dies technische Maßnahmen an der Gebäudehülle. Richtig heizen und lüften sollte am Anfang stehen. Hier bieten sich eine Reihe von Ein-zelmaßnahmen an:

• Richtige Einstellung der Thermostatventile (Stufe 3 = 20 Grad)

• Richtiges Lüften, also keine Dauerkippstellung der Fenster, sondern regelmäßiges Stoßlüften und dabei Thermostatventil aufdrehen

• Heizung runter bei Abwesenheit

• Nachtabsenkung.

Wenn dies nicht automatisch eingestellt werden kann, sollte nach Feierabend das Thermostatventil auf 1-2 herunter gedreht werden.
Gleiches gilt auch für die Kühlung über die Klimaanlage im Sommer. Eigentlich sollte nur in Extremsituationen gekühlt werden, das heißt eine Raumtemperatur von bis zu 26 Grad im Sommer ist durchaus akzeptabel.
Das Gebäude spielt natürlich eine wichtige Rolle beim Heizenergieverbrauch. Auch im Dienstleistungs- und Gewerbebereich gibt es heute Passivhausbauten, die keine Heizung mehr benötigen.
Technisch ist also vieles machbar. Leider hat man sich das Gebäude aber meist schon ausgesucht und hier ist der Energieverbrauch nur ein Aspekt unter Vielen. Als Mieter ist der Einfluss auf Sanierungsmaßnahmen ebenfalls gering. Deshalb gelten die folgenden Tipps vor allem für die Auswahl und den Bezug neuer Büroräume:

• Lassen Sie sich vom Gebäudeeigentümer einen Energieausweis vorlegen und be-sprechen Sie mit dem Vermieter bzw. der Mietergemeinschaft die Bereitschaft sowie Potentiale zur energetischen Sanierung.

• Mit welchem Brennstoff wird das Gebäude beheizt? Am meisten CO2 setzt die Beheizung mit Heizöl frei, besser ist Erdgas, im städtischen Bereich optimal ist Fernwärme. Die geringsten Emissionen werden durch die Nutzung erneuerbarer Energien wie Holzpellets oder –hackschnitzel verursacht.

Besonders viele Möglichkeiten bietet wie schon erwähnt ein Neubau. Hier kann auf kompakte Bauform, hohen Dämmstandard, Tageslichtnutzung und viele weitere Details geachtet werden. Immer sollte man aber bedenken, dass die Sanierung und energiesparende Nutzung eines bestehenden Gebäudes mehr für das Klima bewirkt als ein noch so energiesparender Neubau.

Hier finden Sie alle Maßnahmenvorschläge noch einmal als Download. Wärme_Maßnahmen_BUND

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Zukunftsformel: besser, anders, weniger!

Besser, anders, weniger – so lautet die Faustformel für zukunftsfähiges Handeln. Klimaschutz lässt sich nur im Zusammenspiel der Prinzipien Effizienz, Konsistenz und Suffizienz verwirklichen! Das hehre Ziel der Umweltverbände und mittlerweile auch vieler Unternehmen und anderer gesellschaftlicher Akteure lautet Nachhaltigkeit. Doch einmal abgesehen von dem Zielkonflikt, der sich bereits hinter dem Zieldreieck von ökonomischer, ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit verbirgt, ist es von der Theorie zum Handeln ein oft steiniger und mühsamer Weg. Klimafreundlicher zu werden steht dem in nichts nach. Denn nichts wird schwerer sein, als die folgenden Handlungsgrundsätze auch in die Tat umzusetzen – gegen Widerstände, Restriktionen, Hemmnisse und andere Gründe. Welche Grundsätze einem ressourcenschonenden Handeln zugrunde gelegt werden sollten, um sich klimafreundlicher und klimabewusster zu verhalten, und welche Grundsätze für Heizen und Warmwasser gelten, lesen Sie hier …

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2,2 Tonnen CO2 pro Jahr!

Prinzipiell steht die Veolia Stiftung gut da, wenn es um die CO2-Emissionen für Heizung, Lüftung und Kühlung geht. Sie sitzt in einem großen Gebäude, das aufgrund des Verhältnisses zwischen Außenfläche und Volumen mit Wärme besser haushaltet als zum Beispiel ein allein stehendes Einfamilienhaus. Zudem ist das Gebäude aus dem Jahr 1996 relativ neu, so dass auch der Baustandard und damit die Wärmedämmung zumindest befriedigend sind. Auch die Nutzung von Fernwärme ist von Vorteil, da hierbei weniger CO2-Emissionen entstehen als durch den direkten Einsatz von Heizöl oder Erdgas. Durch die gleichzeitige Erzeugung von Strom wird bei der Erzeugung von Fernwärme die Energie des eingesetzten Brennstoffes gut genutzt.
Um die Daten der Veolia Stiftung zu untersuchen, gab es im Februar einen Auftakttermin, bei dem sowohl die Unterlagen als auch die Räumlichkeiten genauer unter die Lupe genommen wurden. Problematisch wird es dann bei der Analyse der Verbräuche. Seitenlange Abrechnungsdokumente wollen studiert und miteinander in Beziehung gesetzt werden. Hat mancher schon zu Hause Probleme, seine Energierechnungen zu verstehen, so müssen die abgerechneten getrennten Bereiche von Veolia Wasser erst einmal zusammengerechnet werden, bevor der Anteil für die Veolia Stiftung ermittelt werden kann. Dann sind die verschiedenen Heizungsarten wie die Wärme der Heizkörper und durch die Klimaanlagen zu addieren und schließlich ist auch noch die Kühlung im Sommer zu berücksichtigen.
Da die Veolia Stiftung nicht über eigene Zähler verfügt, werden die Verbrauchdaten und Emissionen über den Flächenanteil berechnet. Heraus kommen CO2-Emissionen für Wärme, Lüftung und Kühlung in Höhe von 2,2 Tonnen pro Jahr. Absolut entspricht das etwa den Emissionen eines Einfamilienhauses im Niedrigenergiehausstandard. Auf die Fläche bezogen ergibt sich eine Energieverbrauchskennzahl von 146 Kilowattstunden pro Quadratmeter. Dieser Wert ist relativ hoch und entspricht eher Altbaustandard, wobei berücksichtigt werden muss, dass der Großteil der Wärme flächenbezogen über das ganze Gebäude abgerechnet wird. Hohe Verluste im Eingangsbereich, in den Fluren und auch bei anderen Unternehmen werden also auch auf die Veolia Stiftung teilweise umgelegt.
Wie man trotzdem gezielt Einsparungen vornehmen und die CO2-Emissionen senken kann, wird in der nächsten Woche genauer untersucht.

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Energie wird ineffizient genutzt!

Der verschwenderische Umgang mit Energie ist eines der prägenden Merkmale unseres Energiesystems. So kommen von der gesamten in Deutschland eingesetzten Primärenergie nur etwa zwei Drittel beim Verbraucher überhaupt an. Auch die Endenergie wird vielfach unzureichend und ineffizient genutzt. Dabei entfallen 40 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs und ein Drittel der Kohlendioxid-Emissionen (CO2) auf den Gebäudesektor (Strom und Wärme) (Vgl. Pressemitteilung des BMU). In der Europäischen Union verbrauchen gewerblich genutzte Gebäude wie Büros allein 15 Prozent an Endenergie. In Berlin haben die CO2-Emissionen für Heizen, Warmwasser und Strom sogar einen Anteil von 37 Prozent. Im Jahr 2005 wurden in der deutschen Hauptstadt so 8,2 Mio. Tonnen CO2 in die Luft gepustet. Allein auf das Heizen entfielen 5 Mio. Tonnen. Für die Bereitstellung von Warmwasser wurden 0,7 Mio. Tonnen emittiert, so dass von den Gesamtemissionen von 22,16 Mio. Tonnen im Jahr 2005 rund 25 Prozent auf das Heizen und Warmwasser entfielen. (Vgl. Statistik Berlin-Brandenburg 2009) Vor allem Bestandsgebäude sind wahre Energieschleudern. Das trifft auch für Bürogebäude zu. Deshalb sind die Einsparpotentiale enorm. Laut Deutscher Energieagentur (dena) gehen allein 65 Prozent der von Bürogebäuden benötigten Endenergie auf Heizen, Warmwasser und Beleuchtung zurück. (Vgl. dena-Broschüre zum Thema Green Building) Oftmals setzen Geräte und Anwendungen elektrische Energie unzureichend in Nutzen um. Verluste in Heizungsanlagen sind verbunden mit schlechter oder nicht vorhandener Regelung, unzureichender Wärmedämmung von Gebäuden und Anlagen und mangelndem Energiemanagement. Der Energieverbrauch von Gebäuden und Geräten ist zudem unzulänglich gekennzeichnet oder wird nicht transparent genug abgerechnet. Allein durch effizientere Umwandlung und Nutzung von Energie könnte der Primärenergieverbrauch um die Hälfte, wenn nicht sogar um zwei Drittel gesenkt werden.(Vgl. BUND-Publikation Zukunftsfähige Energiepolitik)

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Selbsteinschätzung Wärme und Wasser

Die Veolia Stiftung ist mit ihren Räumlichkeiten seit 2003 Untermieter der Veolia Wasser GmbH, die ihrerseits eine der Mietparteien in einem großen Gebäude ist. Das Haus wurde 1996 errichtet. Seit 2009 verfügt es über einen Energieausweis. Das Haus ist an die Fernwärmeversorgung sowie selbstverständlich an die öffentliche Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung angeschlossen. Alle Geschäftsräume haben eine Klimaanlage.
Welche Möglichkeiten hat die Stiftung unter diesen Bedingungen, die klimarelevanten Aspekte der Räumlichkeiten zu beeinflussen? Als kleine Organisation in einem großen Bürogebäude sind die Handlungsalternativen eher klein. Wir können nicht unsere eigene Wärmeversorgung organisieren. Immerhin bleiben Klimaanlage und Heizungsregler konsequent ausgeschaltet, ohne dass wir frieren oder schwitzen müssen. Der Wasserverbrauch beschränkt sich auf das Trinkwasser aus dem Wasserhahn sowie die Nutzung von Geschirrspüler, Waschraum und WC. Auch hier sehen wir keinen wesentlichen Handlungsbedarf.
Für eine Klimabilanz aber brauchen wir Informationen über den tatsächlichen Verbrauch. Also setzen wir die Angaben der Betriebskostenabrechnung der gesamten Veolia-Büroräume ins Verhältnis zur Fläche des Stiftungsbüros. Das kostet ein paar Stunden Zeit. Wir erhalten damit aber relativ verlässliche Daten zum konkreten Wärme- und Wasserverbrauch der Veolia Stiftung.
Grundsätzlich ist die Fernwärmeversorgung in Städten eine Form der zentralen Versorgung von Haushalten, die bei Nutzung von Kraft-Wärme-Kopplung als umweltfreundlich und effizient gilt. (Beispiel Braunschweig) Wie unsere Fernwärme erzeugt wird, wissen wir leider nicht.
Ein kleiner Exkurs zum Wassersparen: Angesichts des Klimawandels und des weltweit sinkenden Wasserdargebots ist das Wassersparen eine naheliegende Reaktion. Doch es hat seinen Preis: Geringe Wasserabnahme führt dazu, dass Wasser in den Rohren steht, was die Keimentwicklung fördert. Geringe Abwassermengen verursachen Ablagerungen fester Bestandteile in der Kanalisation, erfordern regelmäßige Netzspülungen, fördern Korrosion und Verschleiß. Selbst wenig genutzte Leitungsnetze brauchen regelmäßige Wartung und Instandhaltung. Die Unterschreitung bestimmter Verbrauchsgrenzen in bestehenden Systemen in Deutschland ist deshalb ökonomisch nicht sinnvoll. Vorrang haben sorgsamer Umgang mit Wasser, Ressourceneffizienz und Gewässerschutz. Sehr viel stärker als die Wassernutzung zuhause und im Büro wirkt sich ökologisch aus, wie viel Wasser wir indirekt verbrauchen: als ‚virtuelles Wasser‘, das in den Produkten steckt, die wir täglich konsumieren und nutzen. Hier macht eine globale Betrachtung Sinn: So gibt es Produkte, die bei ihrer Herstellung viel Wasser benötigen und in extrem wasserarmen Regionen produziert werden.
Mehr Informationen zum Wassersparen und zum virtuellen Wasser .

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