Klimablog

Tag: Beschaffung

Aus Abfall werden Ressourcen

Der Trend ist offensichtlich: Was bisher als Abfall galt, wird künftig als Ressource dienen. Ressourcenschutz beginnt aber schon früher – bei der Auswahl von Produkten sollte die Wiederverwertbarkeit eine wichtige Rolles spielen.

Brechen wir die große Weltpolitik auf die Realität einer kleinen Stiftung herunter: In unseren Büroräumen wird selbstverständlich Abfall getrennt gesammelt. Da gibt es je einen Behälter für Papier, Grünen Punkt und Restmüll. Allerdings gibt es ein Problem: Der Vermieter sammelt im Keller lediglich Glas und Papier getrennt. Restmüll und grüner Punkt landen letztlich in einer großen Müllpresse… Hier müssen wir als Mieter unsere “Verbrauchermacht” noch klarer zur Geltung bringen.

Bei der Beschaffung alltäglicher Kleinigkeiten gilt: Weniger ist mehr, recycelt oder recycelbar ist besser als Einweg-Produkt.

Welches sind die wichtigsten ressourcenrelevanten Produkte im Büroalltag, bei denen besonders auf deren nachhaltige Beschaffung und Verwertung geachtet werden sollte? Büromaterial? Lebensmittel?

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Handlungsgrundsätze für umweltfreundliche Veranstaltungen

Jahr für Jahr ziehen Großveranstaltungen wie Sport- oder Musikevents Millionen von Fans und Zuschauern an, aber auch auf Konferenzen, Tagungen usw. kommen viele Menschen an einem Ort zusammen, um etwas gemeinsam zu erleben, zu erlernen oder sich zu informieren. Wie wertvoll der Anlass dieser Zusammenkünfte auch sein mag, so gibt es auch bei Veranstaltungen eine Kehrseite der Medaille: ein hohes Verkehrsaufkommen, große Abfallmengen, ein enormer Bedarf an Wasser, Energie und anderen Ressourcen sowie Emissionen von Luftschadstoffen und Treibhausgasen – die Liste möglicher schädlicher Umweltauswirkungen von Veranstaltungen ist lang.

Weltweit nehmen jährlich mehr als 80 Millionen Menschen an Meetings oder Konferenzen teil. Weitaus mehr sind es, wenn man die Besucher von Show-Events oder Ausstellungen mit einrechnen würde. Deutschland wird europaweit als die beste Veranstaltungsdestination angesehen und liegt auch weltweit auf Platz zwei hinter den USA. Über 6.000 Tagungs- und Veranstaltungsstätten hat Deutschland zu bieten, in denen 2,76 Millionen Veranstaltungen mit 318 Millionen Teilnehmern stattfinden – das entspricht nahezu dem Vierfachen der Einwohnerzahl Deutschlands.

Diese Zahlen vermitteln einen Eindruck von der Dimension der Umweltauswirkungen von Veranstaltungen und erklären gleichzeitig, warum insbesondere vor dem Hintergrund des fortschreitenden Klimawandels die Veranstaltungsbranche zunehmend vor Herausforderungen steht. Immer öfter wird der Ruf nach umwelt- oder klimafreundlichen Veranstaltungen laut.

Die gute Nachricht daher: es geht auch anders! Nämlich umweltfreundlicher und mitunter auch kostengünstiger bei gleichzeitigem Gewinn an Qualität und Komfort der Veranstaltung. Wichtig ist dafür allerdings, frühzeitig entsprechende Kriterien zu berücksichtigen und geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um die Veranstaltung möglichst klimafreundlich und nachhaltig zu gestalten. Das bedeutet, dass nicht erst am Veranstaltungstag selbst Kriterien berücksichtigt werden, sondern bereits bei der Planung und Kommunikation der Veranstaltung.

Dies ist besonders aufgrund der Tatsache wichtig, dass man bei der Organisation von Konferenzen und Veranstaltungen oft unter Zeitdruck steht. Es sind plötzlich viele Dinge auf einmal zu tun: Papiere organisieren, Hotellisten zusammenstellen, Verhandlungen mit Lieferanten führen usw., so dass Umweltaspekte schnell ins Hintertreffen geraten.

Veranstaltungen stellen eine hervorragende Möglichkeit dar, all unsere guten Handlungsgrundsätze und Maßnahmenvorschläge der bereits behandelten Themengebiete anzuwenden! Denn bei der Organisation und Durchführung einer Veranstaltung spielen Mobilität (An- und Abreise der Teilnehmer), Ernährung (Catering) und die Beschaffung von Produkten und Dienstleistungen ebenso eine Rolle wie ein verantwortungsvoller Umgang mit Energie , Wasser , anderen Ressourcen und Abfällen (folgt im Monat Oktober).

Nachfolgend nennen wir Handlungsgrundsätze, deren Einhaltung klimafreundliche, nachhaltige Veranstaltungen ermöglicht:

1. Veranstaltungen klimafreundlich planen!
2. Klimafreundlichkeit und Nachhaltigkeit kommunizieren!
3. Verkehrsgünstig gelegene und zertifizierte Veranstaltungsorte wählen!
4. Energie einsparen, reduzieren und Ökostrom verwenden!
5. Grundsätze grüner Beschaffung beachten!
6. „Bio“ und „Fair Trade“ verlangen und Grundsätze klimafreundlicher Ernährung beachten!
7. Abfall vermeiden, reduzieren und ökologische Verpackungen nutzen!
8. Wasser schonen und einsparen!
9. Unvermeidbare Emissionen kompensieren!

Der Maßnahmenteil liefert detaillierte Vorschläge, wie diese Handlungsgrundsätze im Einzelnen praktisch umgesetzt werden können.

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Die Stiftung als Veranstalter


Zwei Mal im Jahr organisiert die Veolia Stiftung sogenannte Projekt-Foren, bei denen wir neuen Förderprojekten ihre Schecks übergeben. Am 29. April 2010 sah das im MACHmit! Museum für Kinder in Berlin zum Beispiel so aus, wie auf dem obigen Foto. Wir haben meist rund 60 bis 80 Gäste. Nach der Scheckübergabe, bei der die Projektvertreter ihre Initiativen kurz vorstellen, gibt es einen kleinen Umtrunk und Gespräche.

Rund um solche und andere Veranstaltungen gibt es eine Reihe klimarelevanter Faktoren:

Nehmen die zum Beispiel die Einladungen. Zu unseren Projekt-Foren laden wir seit etwa einem Jahr auschließlich per Mail ein. Aber zu einer besonderen Veranstaltung wie dem 10-jährigen Stiftungsjubiläum Ende September gibt es dann doch eine gedruckte Einladung, natürlich auf Recyclingpapier. Auch der Versand der Einladungen ist klimarelevant: Seit dem Frühjahr 2010 versendet Veolia sämtliche Post mit GoGreen, kompenisert also die entstehenden Emissionen.

Wir organisieren die Veranstaltungen meist in den Räumen von Förderprojekten. Bei der Auswahl des Standorts achten wir auch darauf, dass er gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen ist.

Zur technischen Unterstützung brauchen wir bei den Projekt-Foren meist lediglich ein Mikro und im Winter natürlich Licht – der zusätzliche Stromverbrauch ist also überschaubar.

In den Diskussionen zu den Themen Beschaffung und Ernährung habe ich schon berichtet, dass wir gern auf regionale und saisonale Kost setzen. Allerdings ist diese gerade bei gemeinnützigen Partnern, die wir für Caterings anfragen, noch nicht so leicht zu finden.

Nun bin ich gespannt auf die Analyse der Experten …

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Beschaffung und Konsum – die versteckten CO2-Emissionen

Der direkte Energieverbrauch für Wärme und Strom lässt sich noch relativ leicht bestimmen, wie in den vorangegangenen Monaten zu sehen war.

In der Beschaffung von Gütern sind die CO2-Emissionen allerdings versteckt, da sie als indirekter Energieverbrauch für die Produktion und den Transport anfallen. Dieser Bereich wird gerne unterschätzt, was auch daran liegt, dass methodische Probleme bei der doch sehr komplexen Bilanzierung auftreten.

Private Haushalte konsumieren jährlich Produkte, die für die Erzeugung von etwa 2,5 Tonnen CO2 verantwortlich sind. Dies ist ein relativ großer Anteil der durchschnittlich 11 Tonnen pro Bundesbürger, der nur innerhalb enger Grenzen beeinflussbar ist. Kann man durch Wärme und Strom aus erneuerbaren Energieträgern seine CO2-Emissionen stark reduzieren, ist dies bei der Beschaffung von Produkten komplizierter. Es fallen nämlich auch CO2-Emissionen für Dienstleistungen und Produkte aus dem Bildungssektor, der gemeinsam genutzten Infrastruktur oder der Abfallentsorgung an, die der Einzelne nicht beeinflussen kann. Dies ist schon über 1 Tonne pro Bürger.

Die Beschaffungspolitik der Veolia Stiftung ist im Vergleich zum Konsum in Privathaushalten noch relativ überschaubar. Im Wesentlichen muss man sich die Anschaffungen von Büromöbeln und Büromaterialien sowie die Anschaffung von technischen Geräten anschauen. Gezielte Beispiele untersucht der nächste Beitrag.

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Maßnahmen Beschaffung

Wie sich Verbraucher im Markt bewegen, ist zugleich das Problem und ein Teil der Lösung. Denn einerseits löst Nachfrage einen überhöhten Fluss an Energie und Ressourcen aus, anderseits können Verbraucher eine treibende Kraft für die Gestaltung von nachhaltigen Wertschöpfungsketten sein. Wie man zur treibenden Kraft dieser Entwicklung wird, haben wir in den Grundsätzen zu einer „grünen Beschaffung “bereits beschrieben. Darin enthalten ist die Empfehlung, die Beschaffung in die (Unternehmens-)Strategie aufzunehmen und ein Nachhaltigkeitsmanagement zu installieren.
• Beschaffungsordnung als Leitmotiv aufstellen
• Bedingungen an den Vertragspartner stellen
• Durchblick im Siegelwald herstellen – Empfehlung ersetzt keine eigene Meinungsbildung
• Ausschreibung mit Nachweispflicht zur Erfüllung der Standards durchführen
• Ganzheitliche Bewertungsansätze wählen
• Stofflexikon nutzen
Hier finden Sie jeweils Hinweise, Kriterien, Siegel und Zertifizierungen sowie Informationen zur Produktsuche für
• Elektronische Geräte
• Beleuchtungsmittel
• Bürobedarf
• Papier
• Innenausstattung
• Pflanzen und Blumen
• Werbemittel und Geschenke
• Reinigungsmittel
• Telefon und Mobilfunk
• Briefe, Pakete & Co.
• Druck- und Kopiererzeugnisse und
• Internetsuchmaschinen
Ausführliche Handlungsempfehlungen zum Thema Beschaffung finden Sie hier Beschaffung_Maßnahmen_BUND.
Die Themen Ernährung und Mobilität folgen noch im Klimablog.

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Wir sind kritischer Konsument

Die Veolia Stiftung hat als kleine Organisation keine explizit formulierte Beschaffungsrichtlinie. Wohl aber Einkaufsprinzipien. Wir verstehen uns als kritische Konsumenten und wissen: Mit unserer Nachfrage nehmen wir letztlich Einfluss auf das Angebot. Ganz bewusst möchten wir wirtschaftliche, umweltrelevante und soziale Aspekte bei der Auswahl unserer Lieferanten berücksichtigen. Was kaufen wir ein?

An Verbrauchsmaterialien sind das Briefpapier, Visitenkarten, Hefter. Ein Mal im Jahr drucken wir eine kleine Broschüre. Alles Drucksachen sind 100% Recyclingpapier. Ein paar Stifte zum eigenen Gebrauch – das war es schon.
Bis auf die Möbel verfügen wir nicht über langlebige Sachinvestitionen. In unserem konkreten Fall allerdings wurden diese vom Vermieter erworben und zur Verfügung gestellt. Bei einer eventuellen Erneuerung in ein paar Jahren würden wir genau auf die Herkunft, die verwendeten Materialien, die Langlebigkeit und mögliche Recyclingfähigkeit der Möbel achten.

Beim Catering von Veranstaltungen fragen wir stets regionale und vorwiegend vegetarische Speisen sowie wiederverwendbares Geschirr an und servieren nach Möglichkeit Trinkwasser aus der Leitung. Aus der Förderpraxis kennen wir viele gemeinnützige Caterer. Nur wenige Anbieter setzten allerdings auf regionale oder explizit klimaneutrale Angebote. Das bedeutet – immer wieder nachfragen und Kompromisse finden.
Das Thema Trinkwasser ist uns sehr wichtig, klar bei der Nähe zu Veolia Wasser. Die Argumente für gesundes Wasser aus der Leitung liegen auf der Hand: Klimafreundlich, weil es Energie spart und keine
Verpackung braucht. Wirtschaftlich, weil es nur ein Hundertstel von Flaschenwasser kostet. Wertvoll, weil es höchsten Qualitätsstandards entspricht und gesund ist.

Die Reinigung des Büros wird über einen Rahmenvertrag des Vermieters abgedeckt. Deshalb haben wir leider nur geringe Einflussmöglichkeiten auf die Auswahl der Reinigungsmittel und die sozialen Aspekte. Wir haben durch Gespräche mit unserer “Putzfee” aber schon bewirkt, dass weniger starke Produkte zur Reinigung verwendet werden.

Damit ist das Spektrum der Beschaffung für unsere Organisation schon abgebildet, die sicher dem Einkaufsverhalten vieler Gemeinnütziger ähnelt. Oder?

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Grundsätze “grüner” Beschaffung

Was ist „grüne Beschaffung“? Eine Klima und Ressourcen schonende Beschaffung bedeutet, beim Einkauf von Produkten und Dienstleistungen (DL) auf deren Umwelt- und Sozialverträglichkeit insgesamt zu achten. Das fängt mit der Nachfrage nach der Gewinnung bzw. dem Anbau von Rohstoffen an, führt über die Verarbeitung, die Lagerung, den Transport bis hin zur Nutzung und Entsorgung. Die eigentliche Nutzung ist also nur ein Aspekt der Einkaufsentscheidung! Betrachtet wird vielmehr das Produkt bzw. eine DL über den gesamten Lebenszyklus. Maßgebend für die Wirtschaftlichkeit ist dabei nicht mehr allein der reine Kaufpreis, sondern sind der Anschaffungspreis, die Lebensdauer, die Betriebskosten und deren Abzinsung. Klima und Ressourcen schonendes sowie sozialverträgliches Handeln trägt damit zum Imagegewinn bei.

Nicht „Tue Gutes und rede darüber“ muss das Motto sein, sondern „Rede über das, was Du tust“! Dazu gehört eine (Unternehmens-)Strategie, die Klima und Ressourcen schonendes Handeln verbindlich festlegt und qualitative und messbare Ziele mit konkreten Aktionsplänen und Maßnahmen benennt. Transparenz und Offenheit gehört also zwingend zum Einkauf und den Kriterien, die zu diesem geführt haben und auf dessen Grundlage der Einkauf erfolgte dazu. Eine unabhängige Evaluation und ein unabhängiges Monitoring erhöhen die Glaubwürdigkeit und den Erfolg.
Halten Sie sich an die folgenden Grundsätze:
• Kaufen Sie nur, was sie wirklich benötigen.
• Kaufen Sie qualitativ hochwertig ein (weniger und langlebiger ist mehr).
• Kaufen Sie nur das ein, dessen Herkunft und Entstehungsprozess transparent ist.
• Achten Sie auf unabhängige Siegel und Zertifikate und vergleichen Sie deren Anforderungen.
• Bevorzugen Sie eine regionale Wertschöpfung.
• Wählen Sie nach Gewinnung/Anbau, Verarbeitung, Lagerung, Transport, Nutzung und Entsorgung das umweltverträglichste Produkt.

Je höher der Anteil der Wiederverwertung des Produkts ist bzw. je vollständiger es in seinem Ursprungszustand wieder in den natürlichen Stoffkreislauf zurückgeführt werden kann, desto geringer ist der ökologische Fußabdruck! Nicht immer lassen sich für alle Handlungsgrundsätze optimale Lösungen finden. Zeit und Aufwand müssen zudem im Verhältnis zu Nutzen und Kosten stehen. Doch je mehr Sie über ein Produkt bzw. eine DL und sein bzw. ihren Entstehungsprozess wissen, desto „grüner“ wird ihre Beschaffung werden: zu Ihrem und zum gesellschaftlichen Vorteil.

In den noch folgenden Handlungsempfehlungen liefern wir eine Reihe weiterer spezifischer Informationsmöglichkeiten sortiert nach Produkten und Dienstleistungen. Hier ein allgemeiner kompakter Überblick zum Thema Beschaffung:

Datenbank des Umweltbundesamtes

Beschaffung und Klimaschutz

Chancen der Beschaffung: McKinsey

Rat für nachhaltige Entwick-lung

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