Handlungsgrundsätze für ein nachhaltiges Ressourcen- und Abfallmanagement
Ressourcenschutz und Ressourceneffizienz werden in Zukunft immer mehr an Bedeutung gewinnen. Und das nicht allein durch die wachsende Nachfrage nach Rohstoffen, der Frage der Versorgungssicherheit und der zu erwartenden Preissteigerungen, sondern schlicht aus der Bedrohung der Lebensgrundlage heraus, Alternativen zu einer klimaschädlichen und mit der Umwelt unvereinbaren Ressourcenausbeutung mit all ihren negativen Auswirkungen entwickeln zu müssen.
Bei wachsender Bevölkerungszahl von derzeit rund 6 Milliarden Menschen bis hin zu 9 Mrd. in 2050 kann der Lebensstil der westlichen Welt nicht Maßstab für die sich entwickelnden Länder sein. Gleichzeitig kann es ein weiter so der Industrieländer nicht mehr geben. Wir bräuchten mehrere Planeten, um jedem Menschen das gleiche Recht auf Anteilnahme zuzugestehen. Damit wird aber klar, dass ein Angleichungsprozess stattfinden muss, der für die Menschen in der westlichen Welt als schmerzhaft empfunden werden könnte. Vorausgesetzt, wir schaffen nicht die Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Treibhausgasemissionen, von Treibhausgasemissionen und Konsum sowie von Ressourcenverbrauch und Konsum.
Statt neuer Erschließung und Ausbeutung von Ressourcen werden wir uns über die Verteilung neue Gedanken machen müssen. Bereits heute entspricht das bekannte Kupfervorkommen in der Erdkruste dem Anteil von Kupfer in Bauwerken und Gütern. Diese Potentiale gilt es effektiver und auf die notwendigen Bedürfnisse ausgerichtet zu nutzen. Das so genannte „urban mining“ wird damit zur neuen Rohstoffquelle.
Diese Form der Nutzung bereits erschlossener Rohstoffe ist zwar eine Form von Recycling, hat aber mit dem herkömmlichen Recycling von heute nur wenig zu tun. Denn es geht um die Betrachtung des gesamten Lebenszyklus des Energie- und Ressourcenverbrauchs einschließlich seiner Nachnutzungsmöglichkeiten. Nicht-erneuerbare Rohstoffe müssen technisch weiter im Verwendungskreislauf verbleiben, erneuerbare Rohstoffe müssen in den biologischen Kreislauf zurückgeführt werden. Doch noch immer fallen in Deutschland jährlich 351,1 Mio. Tonnen Abfall an. Allein 2007 waren es 454 kg Abfall pro Einwohner!
Der oben beschriebene Transformationsprozess muss sich also an die folgenden Handlungsgrundsätze halten, die sich gegenseitig bedingen:
1. Erst denken – dann handeln. Denn der beste Abfall ist der, der gar nicht erst entsteht!
2. Der „Verzicht“ auf Gegenstände, die später zu Abfall werden (z.B. alle Einwegverpackungen)
3. Die Beschränkung auf notwendige Nutzungsgegenstände und die gemeinschaftliche Nutzung.
4. Das Zurückgreifen auf Gebrauchsgegenstände mit geringem Material- und Ressour-ceneinsatz.
5. Die Verwendung umweltgerechter und erneuerbarer Produkte.
6. Die Bevorzugung von Qualität (halt- und reparierbar) vor Quantität!
7. Die Wiederverwendung und Nachnutzung von Gegenständen (z.B. Mehrweg, Verkaufen, Verleihen, Verschenken)
8. Die Reparatur von Gegenständen.
Nachhaltiger zu wirtschaften heißt noch nicht, auch wirklich nachhaltig zu sein! Was es aber heißt, Verantwortung zu übernehmen, haben wir hier formuliert .
Reden Sie nicht darüber was Sie Gutes tun. Reden Sie über das, WAS Sie tun!
Im Maßnahmenteil machen wir konkrete Vorschläge, wie diese Handlungsgrundsätze im Alltag umzusetzen sind.


